An einem nasskalten Novembermorgen sieht man es an vielen Hunden sofort: Die einen tollen durch das Laub, als wäre Hochsommer, die anderen stehen mit eingeklemmter Rute an der Haustür und schauen ihren Menschen an, als wollten sie sagen: Müssen wir wirklich? Auch unser Vico gehört als kurzhaariger Dackel eher zur zweiten Gruppe. Ob ein Hund friert, hängt stark von Rasse, Fell, Alter und Gesundheit ab. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, woran Sie erkennen, dass Ihrem Hund kalt ist, und was Sie dagegen tun können.
Welche Hunde besonders schnell frieren
Ein Bernhardiner mit dichter Unterwolle steckt Minusgrade meist problemlos weg. Anders sieht es bei Hunden aus, die wenig oder keine Unterwolle haben. Dazu gehören viele kurzhaarige Rassen wie Dackel, Chihuahuas, Französische Bulldoggen, Möpse, Pinscher oder Windhunde. Auch kleine Hunde kühlen schneller aus als grosse, weil sie im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht mehr Oberfläche haben und näher am kalten Boden laufen.
Daneben spielt das Alter eine Rolle: Welpen können ihre Körpertemperatur noch nicht gut regulieren, und ältere Hunde bewegen sich weniger und haben oft weniger Muskelmasse, die Wärme produziert. Auch kranke, sehr schlanke oder frisch geschorene Hunde frieren schneller. Und nicht zuletzt macht Nässe einen grossen Unterschied: Ein nasses Fell verliert einen erheblichen Teil seiner Isolationswirkung, weshalb feuchte drei Grad oft unangenehmer sind als trockene Minusgrade.
Anzeichen, dass Ihr Hund friert
Hunde sagen uns nicht mit Worten, dass ihnen kalt ist, aber ihr Körper spricht eine deutliche Sprache. Achten Sie auf diese Signale:
- Zittern: das klarste Zeichen. Die Muskeln erzeugen durch das Zittern Wärme.
- Eingeklemmte Rute und gekrümmter Rücken: Der Hund macht sich klein, um möglichst wenig Körperfläche der Kälte auszusetzen.
- Steife, langsame Bewegungen: Der lockere Trab verschwindet, der Hund wirkt verspannt.
- Pfoten anheben oder Stehenbleiben: Kalter Boden, Schnee oder Streusalz werden unangenehm.
- Drängen Richtung Haustür: Der Hund verweigert die gewohnte Runde oder zieht auffällig heimwärts.
- Kalte Ohren und kühle Körperoberfläche: Fühlen sich Ohrmuscheln und Bauch deutlich kalt an, ist dem Hund meist schon länger kalt.
Zeigt Ihr Hund mehrere dieser Anzeichen, sollten Sie den Spaziergang abkürzen oder ihn beim nächsten Mal besser vor der Kälte schützen.
Was gegen das Frieren hilft
Die gute Nachricht: Meist braucht es keine grossen Massnahmen, sondern ein paar einfache Anpassungen.
In Bewegung bleiben. Ein Hund, der trabt, spielt und schnüffelt, produziert Wärme. Lange Steh- und Wartephasen, etwa vor dem Laden oder beim Schwatz mit Nachbarn, sind bei Kälte ungünstig. Lieber flott unterwegs sein und dafür die Runde etwas kürzer halten.
Mehrere kurze statt einer langen Runde. An richtig kalten Tagen sind zwei oder drei kürzere Spaziergänge für kälteempfindliche Hunde angenehmer als eine ausgedehnte Tour.
Den Hund passend anziehen. Für Hunde ohne Unterwolle ist ein Mantel oder Pullover kein Modegag, sondern sinnvoller Wetterschutz. Für trockene, kühle Herbsttage eignet sich zum Beispiel ein Doggy Strickjäckchen (ab CHF 19.95): weicher Strick mit geripptem Kragen, Bund und Saum, einfach an- und auszuziehen und in acht Farben von Beige bis Weinrot erhältlich. Wird es richtig kalt, leistet eine Fleece-Weste wie der Pup-Peroni Parka (ab CHF 14.95) gute Dienste. Er ist speziell für kleine Hunde wie Dackel, Französische Bulldoggen oder Chihuahuas geschnitten und hat einen D-Ring, an dem Sie die Leine direkt befestigen können. Weitere warme Optionen finden Sie in unserer Kollektion Hundebekleidung.
Auf die Passform achten. Ein Mantel wärmt nur, wenn er richtig sitzt. Messen Sie vor der Bestellung Rückenlänge, Brust- und Halsumfang und vergleichen Sie die Werte mit der Grössentabelle des Produkts. Zu enge Kleidung scheuert und schränkt die Bewegung ein, zu weite verliert Wärme und verrutscht.
Nach dem Spaziergang gut abtrocknen. Ein nasser Hund kühlt auch in der Wohnung weiter aus. Rubbeln Sie ihn nach Regen- oder Schneerunden trocken, besonders Bauch und Pfoten.
Drinnen einen warmen, zugfreien Schlafplatz anbieten. Das Körbchen sollte nicht direkt auf kaltem Boden oder in der Zugluft stehen. Eine isolierende Unterlage oder ein erhöhtes Bett hilft, die Wärme zu halten.
Wann Sie zum Tierarzt sollten
Gelegentliches Zittern an einem kalten Tag ist kein Grund zur Sorge, solange es aufhört, sobald der Hund wieder warm ist. Aufpassen sollten Sie, wenn das Zittern anhält, der Hund apathisch wirkt, sich die Körpertemperatur deutlich gesenkt anfühlt oder Koordinationsprobleme dazukommen. Das können Anzeichen einer Unterkühlung sein, die tierärztlich abgeklärt werden sollte. Auch wenn Ihr Hund plötzlich viel stärker friert als früher, lohnt sich ein Kontrollbesuch, denn dahinter können unter anderem hormonelle oder altersbedingte Ursachen stecken. Im Zweifel fragen Sie lieber einmal mehr bei Ihrer Tierarztpraxis nach.
Häufige Fragen
Ab welcher Temperatur friert ein Hund?
Eine feste Gradzahl gibt es nicht. Kleine, kurzhaarige oder ältere Hunde können schon bei Temperaturen um fünf bis zehn Grad frieren, besonders bei Wind und Nässe. Robuste Rassen mit dichter Unterwolle stört oft auch Frost wenig. Beobachten Sie Ihren Hund, er zeigt Ihnen, wann es ihm zu kalt ist.
Ist ein Hundemantel nicht übertrieben?
Für Hunde mit dichter Unterwolle meistens ja. Für kurzhaarige, kleine, alte oder kranke Hunde ist ein gut sitzender Mantel dagegen ein sinnvoller Schutz, vergleichbar mit einer Jacke für uns. Entscheidend ist, dass er richtig passt und den Hund nicht in der Bewegung einschränkt.
Hilft Zittern dem Hund, warm zu werden?
Ja, Zittern ist eine natürliche Reaktion, mit der die Muskeln kurzfristig Wärme erzeugen. Es ist aber auch ein deutliches Signal, dass dem Hund kalt ist. Dauerhaftes Zittern sollten Sie nicht ignorieren, sondern den Hund aufwärmen und die nächste Runde besser planen.


