Vielleicht kennst du das: Am kühlen Morgen steht dein Hund etwas gemächlicher auf als sonst, streckt sich ausgiebig und braucht ein paar Schritte, bis er wieder rund läuft. Gerade jetzt im Herbst, wenn es draussen nass und kalt wird, lohnt sich ein Blick auf die Gelenke. Wie beweglich ein Hund bis ins Alter bleibt, entscheidet sich nämlich nicht erst in der Tierarztpraxis, sondern jeden Tag: auf der Treppe, beim Sprung vom Sofa und auf dem glatten Parkett. Die gute Nachricht: Mit ein paar einfachen Gewohnheiten kannst du die Gelenke deines Hundes im Alltag spürbar entlasten.
Warum sich Gelenkschutz für jeden Hund lohnt
Gelenkprobleme sind kein reines Senioren-Thema. Die Grundlage für gesunde Gelenke legst du in jedem Lebensalter, vom Welpen im Wachstum bis zum grauen Schnäuzchen. Besonders aufmerksam solltest du bei Rassen mit langem Rücken und kurzen Beinen sein: Tierärzte weisen darauf hin, dass bei Dackeln und ähnlich gebauten Hunden Sprünge aus der Höhe Rücken und Gelenke stärker belasten als bei anderen Hunden. Auch grosse, schwere Rassen und sehr stürmische Vierbeiner profitieren, wenn du Belastungsspitzen aus dem Alltag nimmst. Unser Vico ist topfit, trotzdem gilt bei uns seit dem ersten Tag: Vom Sofa wird nicht gesprungen.
Sprünge entschärfen: Sofa, Auto und Bett
Der Sprung hinauf ist meist das kleinere Problem. Kritisch ist der Sprung hinunter, denn bei der Landung fängt dein Hund sein ganzes Gewicht mit den Vorderläufen ab. Je höher das Möbel und je kleiner der Hund, desto ungünstiger wird das Verhältnis. Was hilft: Hebe kleine Hunde vom Sofa oder aus dem Auto, statt sie springen zu lassen, und bring deinem Hund bei, kurz zu warten, bis du ihm hilfst. Für schwerere Hunde oder fürs Auto kann eine Rampe oder eine kleine Hundetreppe eine sinnvolle Anschaffung sein. Das klingt nach Verwöhnprogramm, ist aber schlicht Vorsorge.
Treppen und glatte Böden
Gesunde, ausgewachsene Hunde dürfen Treppen steigen, nur bitte nicht im Renntempo und nicht als Dauersport. Welpen, kurzbeinige und ältere Hunde trägst du besser, wo immer das praktikabel ist. Drinnen sind glatte Böden der heimliche Gelenkfeind Nummer eins: Auf Parkett und Platten rutschen die Pfoten beim Aufstehen und in Kurven weg. Teppichläufer auf den Hauptwegen deines Hundes wirken Wunder. Halte zusätzlich die Krallen kurz und schneide überstehendes Fell zwischen den Ballen zurück, damit dein Hund auf seinen Ballen steht statt auf Rutschsocken. Nach nassen Spaziergängen lohnt sich kurzes Abtrocknen der Pfoten, auch wegen der Rutschgefahr auf dem Hartboden.
Gewicht und gleichmässige Bewegung
Der wirksamste Gelenkschutz kostet nichts: Normalgewicht. Jedes überflüssige Kilo trägt dein Hund bei jedem Schritt mit. Als Faustregel gilt: Die Rippen sollten mit leichtem Druck spürbar sein, und von oben betrachtet sollte eine Taille erkennbar sein. Bei der Bewegung gilt: lieber jeden Tag moderat als am Wochenende der grosse Marathon. Starte die Runde locker, damit die Muskulatur warm wird, bevor getobt wird, und verzichte bei Nässe auf wildes Stop-and-Go-Spiel auf rutschigem Untergrund. Eine gut trainierte Muskulatur stützt und entlastet die Gelenke übrigens besser als jede Schonhaltung: Regelmässige, ruhige Bewegung ist deshalb Pflege, kein Risiko.
Weich, warm und zugfrei liegen
Nach der Bewegung kommt die Erholung, und die findet im Idealfall nicht auf dem kalten, harten Boden statt. Eine weiche, ausreichend dicke Unterlage entlastet Schultern, Ellbogen und Hüften im Liegen und hält die Wärme am Körper. Unsere CozyNest Bettmatte (ab CHF 39.95) ist genau dafür gedacht: kuschelig dick gepolstert, mit rutschfester Unterseite, waschbar und in drei Grössen von 55 bis 90 cm erhältlich. Sie ist auch fürs Sofa gemacht, damit dein Hund dort weich liegt und das Polster gleich mitgeschont wird. Achte darauf, dass der Liegeplatz zugfrei ist; wie du den richtigen Schlafplatz auswählst, liest du im Ratgeber Erholsamer Hundeschlaf. Weitere weiche Liegeplätze findest du in unserer Collection Hundebetten, Matten & Decken.
Massage als Pflege-Ritual
Eine sanfte Massage entspannt viele Hunde sichtbar, kann die Durchblutung der Muskulatur anregen und hat einen praktischen Nebeneffekt: Du bemerkst Verspannungen, empfindliche Stellen oder kleine Knubbel früh. Gut geeignet ist zum Beispiel die SpaPaws Massagebürste (CHF 14.95) mit weichen Gummiborsten, die du im Trockenen oder beim Baden verwenden kannst. Massiere dabei die Muskulatur an Schultern, Rücken und Oberschenkeln mit ruhigen, kreisenden Bewegungen und drücke nicht direkt auf Gelenke oder Wirbelsäule. Weicht dein Hund aus oder zuckt er an einer Stelle zusammen, hör auf und behalte die Stelle im Auge.
Wann du zum Tierarzt solltest
Lahmt dein Hund, schont er ein Bein, mag er plötzlich nicht mehr springen oder Treppen steigen, wirkt er nach dem Ausruhen auffällig steif oder jault beim Aufstehen, dann gehört das in die Tierarztpraxis, auch wenn es nach einer Kleinigkeit aussieht. Ganz wichtig: Gib deinem Hund nie eigenmächtig Schmerzmittel aus deiner Hausapotheke. Viele Wirkstoffe, die für uns Menschen harmlos sind, sind für Hunde giftig. Die Tierarztpraxis klärt die Ursache ab und bespricht mit dir, was deinem Hund wirklich hilft.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter sollte ich die Gelenke meines Hundes schonen?
Von Anfang an. Beim Welpen im Wachstum sind Treppen und Sprünge besonders ungünstig, beim erwachsenen Hund zählen Gewicht und gleichmässige Bewegung, beim Senior kommen weiche Liegeplätze und kürzere, dafür häufigere Runden dazu.
Darf mein Hund noch aufs Sofa?
Ja, gegen das Kuscheln auf dem Sofa spricht nichts. Entscheidend ist der Weg nach unten: Hebe kleine und kurzbeinige Hunde herunter oder stelle eine Rampe bereit, statt sie springen zu lassen.
Helfen Nahrungsergänzungsmittel für die Gelenke?
Das Angebot ist riesig und die Versprechen sind es auch. Ob ein Ergänzungsmittel für deinen Hund sinnvoll ist, hängt von Alter, Gewicht und Gesundheitszustand ab. Besprich das am besten mit deiner Tierarztpraxis, bevor du etwas zufütterst.


