Klick, klick, klick: Wenn du deinen Hund auf dem Parkett oder den Fliesen hörst, bevor du ihn siehst, sind die Krallen meist zu lang. Im Herbst und Winter passiert das schneller, als viele denken. Die Runden werden kürzer, führen öfter über weichen Waldboden oder nasse Wiesen statt über Asphalt, und damit nutzen sich die Krallen weniger ab. Hier erfährst du, woran du zu lange Krallen erkennst, wie du sie Schritt für Schritt kürzt und was du tust, wenn doch einmal etwas schiefgeht.
Warum zu lange Krallen ein Problem sind
Krallen, die beim Stehen den Boden berühren, drücken die Zehen bei jedem Schritt leicht nach oben. Der Hund verlagert sein Gewicht und läuft weniger natürlich. Auf glatten Böden fehlt ihm zudem der Halt, er rutscht leichter weg. Tierärzte weisen darauf hin, dass eine dauerhaft veränderte Haltung Gelenke und Rücken zusätzlich belasten kann. Wie du die Gelenke deines Hundes im Alltag sonst noch schonst, liest du in unserem Artikel Gelenke schonen im Alltag.
Sehr lange Krallen können ausserdem einreissen oder sich in den Ballen krümmen. Das gilt besonders für die Afterkrallen (Wolfskrallen) an der Innenseite der Pfote: Sie berühren nie den Boden und nutzen sich deshalb gar nicht ab.
Woran du erkennst, dass die Krallen zu lang sind
- Das Klicken: Hörst du die Krallen auf hartem Boden bei jedem Schritt, ist es Zeit.
- Der Stehtest: Steht dein Hund ruhig auf ebenem Boden, sollten die Krallen den Boden knapp nicht berühren.
- Die Afterkrallen: Biegen sie sich bereits Richtung Haut, müssen sie gekürzt werden.
- Das Gangbild: Rutscht dein Hund öfter weg oder spreizt er die Zehen auffällig, lohnt sich ein genauer Blick.
Das richtige Werkzeug
Für die meisten Hunde eignet sich eine Krallenschere in Zangenform. Mit der Pawfect Krallenschere kürzt du die Krallen mit Edelstahlklingen in einem sauberen Schnitt. Eine Feder zwischen den gummierten Griffen öffnet die Schere nach jedem Schnitt wieder, so kannst du dich ganz auf die Pfote konzentrieren. Wichtig ist bei jedem Modell: Die Klinge muss scharf sein. Eine stumpfe Schere quetscht die Kralle, statt sie zu schneiden, und das ist für den Hund unangenehm. Nagelknipser für Menschen sind für die harten, gewölbten Hundekrallen nicht gemacht.
Dazu brauchst du gutes Licht, ein paar kleine Leckerli und für den Notfall ein sauberes Tuch oder Blutstillpulver aus der Tierarztpraxis oder dem Fachhandel.
Schritt für Schritt: So kürzt du die Krallen
- Ruhigen Moment wählen. Nach einem Spaziergang ist dein Hund meist entspannter. Setz dich mit ihm auf den Boden oder lass ihn auf einer Decke liegen.
- Pfote sanft halten. Nimm die Pfote ruhig in die Hand und drück mit dem Daumen leicht auf den Zehenballen, damit sich die Kralle etwas nach vorne schiebt.
- Das Leben finden. In jeder Kralle verlaufen ein Blutgefäss und ein Nerv, das sogenannte Leben. Bei hellen Krallen siehst du es als rosa Bereich. Schneide immer mit genügend Abstand davor.
- Nur die Spitze kürzen. Lieber mehrmals wenig als einmal zu viel. Halte die Schere so, dass der Schnitt ungefähr der Neigung der Pfotenunterseite folgt.
- Belohnen. Nach jeder Kralle oder jeder Pfote gibt es ein Leckerli. Es muss nicht alles an einem Tag sein, zwei Pfoten heute und zwei morgen sind völlig in Ordnung.
Schwarze Krallen: in kleinen Schritten
Unser Vico hat, wie viele Dackel, dunkle Krallen. Hier ist das Leben von aussen nicht zu sehen. Kürze deshalb nur dünne Scheiben und schau dir nach jedem Schnitt die Schnittfläche an. Wird in der Mitte ein heller, leicht feuchter Kern oder ein dunkler Punkt sichtbar, bist du nah am Leben und hörst an dieser Kralle auf. Bei Krallen, die schon lange zu lang sind, wächst das Leben mit. Mit regelmässigem, vorsichtigem Kürzen zieht es sich meist über die Wochen etwas zurück. Deshalb gilt: lieber öfter ein wenig als selten viel.
Wenn es doch einmal blutet
Das passiert auch erfahrenen Hundehaltern. Bleib ruhig, damit dein Hund es auch bleibt. Drück ein sauberes Tuch oder etwas Watte einige Minuten auf die Kralle oder tupf Blutstillpulver auf. Hört die Blutung nicht auf, humpelt dein Hund anhaltend oder ist die Kralle eingerissen, lass es in der Tierarztpraxis anschauen.
Pfotenhaare im Winter nicht vergessen
Bei vielen Hunden wachsen zwischen den Ballen Haare, die über die Ballen hinausstehen. Im Winter bilden sich darin gerne Schnee- und Eisklumpen, und drinnen auf glatten Böden wirken sie wie Filzpantoffeln. Kürze diese Haare bündig mit den Ballen. Eine Schere mit abgerundeter Spitze wie die SafePet Fellschere ist dafür gut geeignet, weil die runde Spitze die empfindliche Haut zwischen den Zehen schont. Schneide nur das Fell, das über die Ballen hinausragt, und nicht tief zwischen die Zehen. Weitere Helfer für Pfoten, Fell und Zähne findest du in unserer Kollektion Hundepflege.
Wenn dein Hund das Krallenschneiden nicht mag
Viele Hunde mögen es nicht, wenn man ihre Pfoten festhält. Übe deshalb zuerst ohne Schere: Pfote kurz anfassen, Leckerli, loslassen. Dann die Schere zeigen und damit sanft eine Kralle antippen, wieder ein Leckerli. Erst wenn das entspannt klappt, folgt der erste Schnitt. Wehrt sich dein Hund stark oder gerät er in Panik, zwing ihn nicht. Die Tierarztpraxis oder ein Hundesalon kürzt die Krallen auch, und du kannst dir dort zeigen lassen, wie es bei deinem Hund am besten geht.
Häufige Fragen
Wie oft muss ich die Krallen meines Hundes schneiden?
Das hängt vom Hund und vom Untergrund ab. Hunde, die viel auf Asphalt laufen, brauchen es seltener. Kontrolliere die Krallen am besten alle zwei bis drei Wochen und kürze sie, sobald du sie auf hartem Boden klicken hörst. In der kalten Jahreszeit ist das oft häufiger nötig als im Sommer.
Kann ich die Krallen auch feilen statt schneiden?
Ja. Eine Krallenfeile glättet scharfe Kanten nach dem Schneiden und ist eine Alternative für Hunde, die die Schere gar nicht mögen. Für deutlich zu lange Krallen ist die Schere meist schneller und für den Hund weniger mühsam.
Was tun, wenn ich zu tief geschnitten habe?
Drück ein sauberes Tuch einige Minuten auf die Kralle oder verwende Blutstillpulver. Meist hört die Blutung rasch auf. Blutet es länger oder schont dein Hund die Pfote am nächsten Tag noch deutlich, lass es tierärztlich abklären.


