Dackel Vico bekommt die Zähne mit einer blauen Fingerzahnbürste geputzt

Zahnpflege beim Hund: So bleiben die Zähne gesund

Zahnstein und Mundgeruch lassen sich vorbeugen: Wie du deinen Hund Schritt für Schritt ans Zähneputzen gewöhnst und bei welchen Anzeichen der Tierarzt gefragt ist.

Fellpflege gehört bei den meisten Hunden längst zur Routine, die Zähne gehen dabei gerne vergessen. Dabei beginnen viele Probleme im Maul leise: erst ein Belag auf den Zähnen, dann Mundgeruch, irgendwann schmerzt das Kauen. Die gute Nachricht: Mit einer einfachen Routine kannst du viel vorbeugen, und die meisten Hunde lassen sich mit etwas Geduld ans Zähneputzen gewöhnen. Unser Vico war anfangs auch skeptisch, heute gehört die kurze Putzeinheit einfach dazu.

Warum Zahnpflege beim Hund kein Luxus ist

Auf den Zähnen bildet sich täglich ein weicher Belag aus Futterresten und Bakterien, die sogenannte Plaque. Wird sie nicht entfernt, verhärtet sie mit der Zeit zu Zahnstein. Der raue Zahnstein bietet weiteren Bakterien Halt, das Zahnfleisch kann sich entzünden und zurückziehen. Tierärzte weisen darauf hin, dass unbehandelte Zahnprobleme nicht nur Schmerzen verursachen, sondern den ganzen Organismus belasten können.

Wichtig zu wissen: Weiche Plaque kannst du zu Hause wegbürsten, fest gewordenen Zahnstein nicht mehr. Dessen Entfernung gehört in die Tierarztpraxis. Vorbeugen ist darum deutlich einfacher, günstiger und angenehmer für den Hund als behandeln.

Diese Anzeichen solltest du ernst nehmen

Wirf beim Kuscheln oder bei der Fellpflege regelmässig einen kurzen Blick ins Maul. Aufmerksam solltest du werden bei:

  • auffallend starkem oder plötzlich verändertem Mundgeruch
  • gelblich-braunen Belägen, vor allem an den Backenzähnen
  • gerötetem, geschwollenem oder blutendem Zahnfleisch
  • einseitigem Kauen, Futter fallen lassen oder vermehrtem Speicheln
  • Berührungsempfindlichkeit am Maul

Zeigt dein Hund eines dieser Anzeichen, lass die Zähne in der Tierarztpraxis anschauen, bevor du mit einer Putzroutine startest. Auf entzündetem Zahnfleisch zu bürsten ist unangenehm und verknüpft die Zahnbürste von Beginn weg mit Schmerz.

Zähneputzen ist die wirksamste Vorsorge

So unspektakulär es klingt: Regelmässiges Bürsten ist die wirksamste Massnahme gegen Plaque, ideal wäre täglich, realistisch sind bei vielen Familien zwei bis drei Einheiten pro Woche. Entscheidend ist die mechanische Reinigung, also die Bewegung der Borsten am Zahn, besonders aussen an den Backenzähnen, wo sich am meisten Belag sammelt.

Ein wichtiger Hinweis zur Zahnpasta: Verwende nie Zahnpasta für Menschen. Sie enthält Schaumbildner und Fluorid, einige Sorten zudem Xylit, das für Hunde giftig ist. Greif zu spezieller Hundezahnpasta aus der Tierarztpraxis oder dem Fachhandel, oder putze schlicht ohne Paste. Auch das bringt schon viel.

So gewöhnst du deinen Hund ans Zähneputzen

Nimm dir für die Gewöhnung mehrere Wochen Zeit und arbeite in kleinen Schritten, immer mit Lob und ruhiger Stimme:

  • Maul anfassen üben: Lefzen sanft anheben, kurz loben, fertig. Erst weitermachen, wenn das entspannt klappt.
  • Mit der Fingerzahnbürste starten: Eine weiche Silikon-Fingerzahnbürste wie die Pet Soft Fingerzahnbürste sitzt direkt auf deinem Finger. So spürst du genau, wo du bist, und die Berührung fühlt sich für den Hund vertrauter an als ein Bürstenkopf. Bei unserem Vico war die Fingerzahnbürste der Durchbruch.
  • Auf die richtige Zahnbürste wechseln: Klappt die Fingervariante gut, erreichst du mit einer Hundezahnbürste wie der PawPerfect Zahnbürste auch die hinteren Backenzähne bequem. Der lange Griff mit zwei unterschiedlich grossen Bürstenköpfen passt sich an grosse und kleine Zahnflächen an.
  • Kurz und positiv halten: Lieber 30 Sekunden konzentriert als eine Minute Gerangel. Beende die Einheit immer mit etwas Angenehmem.

Was die Zahnpflege sinnvoll ergänzt

Ausgiebiges Kauen unterstützt die Reinigung auf natürliche Weise, weil es den Speichelfluss anregt und Beläge mechanisch abreibt. Kauartikel und robuste Kauspielzeuge sind darum eine gute Ergänzung, ersetzen das Bürsten aber nicht. Weitere Helfer für die tägliche Pflege findest du in unserer Collection Hundepflege.

Wenn du ohnehin gerade eine Pflegeroutine aufbaust: Im Herbst verdient auch das Fell besondere Aufmerksamkeit, mehr dazu in unserem Beitrag zum Fellwechsel beim Hund. Und plane einmal jährlich eine Kontrolle der Zähne beim Tierarzt ein, bei älteren Hunden gerne auch öfter.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich meinem Hund die Zähne putzen?

Ideal ist täglich, weil sich Plaque laufend neu bildet. Wenn das nicht klappt, sind zwei bis drei kurze Einheiten pro Woche deutlich besser als gar nichts. Ein fester Zeitpunkt, etwa nach dem Abendspaziergang, hilft beim Dranbleiben.

Kann ich Zahnstein selber entfernen?

Nein. Zahnstein sitzt fest am Zahn, beim Abkratzen verletzt du schnell Zahnschmelz und Zahnfleisch. Die Entfernung gehört in die Tierarztpraxis und erfolgt meist unter Narkose. Danach lohnt sich das regelmässige Bürsten doppelt, damit sich nicht so schnell neuer Belag festsetzt.

Ab welchem Alter sollte ich mit der Zahnpflege beginnen?

Je früher, desto besser. Welpen kannst du spielerisch ans Maulanfassen und an die Fingerzahnbürste gewöhnen, auch wenn die Milchzähne später wechseln. Bei erwachsenen Hunden ist der Einstieg jederzeit möglich, es braucht nur etwas mehr Geduld.

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