Dackel Vico mit Zeckenschutz-Halsband im herbstlichen Wald

Zecken im Herbst: Warum Ihr Hund jetzt Schutz braucht

Warum Zecken im Herbst bis in den November aktiv sind, wo sie lauern, wie Sie Ihren Hund nach dem Spaziergang richtig absuchen und welcher Schutz jetzt sinnvoll ist.

Viele Hundebesitzer atmen im September auf: Die Hitze ist vorbei, die Wanderwege sind leer, und die Zeckensaison scheint gelaufen. Genau das ist ein Irrtum, der jedes Jahr Hunde krank macht. Der Herbst ist in der Schweiz eine der aktivsten Zeckenzeiten überhaupt. Unser Vico hat seine bisher meisten Zecken nicht im Juli eingesammelt, sondern an einem milden Oktobernachmittag im Laub am Waldrand. In diesem Beitrag erklären wir, warum Zecken im Herbst so aktiv sind, wo sie lauern, wie Sie Ihren Hund richtig absuchen und welche Schutzmassnahmen sinnvoll sind.

Warum Zecken im Herbst besonders aktiv sind

Der Gemeine Holzbock, die häufigste Zeckenart in der Schweiz, braucht keine Sommerhitze. Er wird aktiv, sobald die Temperaturen an mehreren Tagen hintereinander über etwa sieben bis acht Grad liegen. Im Hochsommer ist es ihm in trockenen Phasen sogar zu heiss und zu trocken, dann zieht er sich in die feuchte Bodenschicht zurück. Im Herbst stimmt dagegen alles: milde Temperaturen, feuchte Luft, Tau am Morgen und ein dichter Teppich aus Laub, in dem Zecken Feuchtigkeit finden. Deshalb beobachtet man in vielen Regionen im September und Oktober einen zweiten Aktivitätsgipfel, der oft bis in den November hinein anhält. Erst anhaltender Frost beendet die Saison, und milde Winter verschieben diesen Zeitpunkt immer weiter nach hinten.

Dazu kommt die Auwaldzecke, die sich in den letzten Jahren in der Schweiz ausgebreitet hat. Sie ist gerade in den kühleren Monaten aktiv und kann die Babesiose übertragen, eine für Hunde ernsthafte Erkrankung. Auch aus diesem Grund lohnt es sich, den Zeckenschutz nicht mit dem Sommer zu beenden.

Wo Ihr Hund sich im Herbst Zecken holt

Zecken springen nicht und fallen nicht von Bäumen. Sie sitzen auf Grashalmen, Farnen und Zweigen in Bodennähe und warten, bis ein Wirt vorbeistreift. Typische Herbst-Hotspots sind Waldränder, Lichtungen, hohes Gras entlang von Feldwegen, Böschungen und ganz besonders Laubhaufen. Genau dort stecken Hunde mit Vorliebe die Nase hinein. Bei kleinen Hunden mit tiefer Körperhaltung wie Dackeln streift der ganze Bauch durch die Vegetation, was die Trefferquote entsprechend erhöht.

Wer den Kontakt reduzieren will, bleibt auf breiten Wegen, meidet das Stöbern im Unterholz und hält den Hund von Laubhaufen fern. Ganz verhindern lässt sich der Kontakt aber nicht, und ein Hund soll im Herbst schliesslich draussen sein dürfen. Deshalb sind die beiden folgenden Punkte entscheidend.

Nach jedem Spaziergang absuchen

Die wirksamste Massnahme kostet nichts ausser ein paar Minuten: Suchen Sie Ihren Hund nach jedem Spaziergang ab. Zecken wandern oft eine Weile im Fell umher, bevor sie sich festbeissen, und viele Krankheitserreger werden erst nach mehreren Stunden Saugzeit übertragen. Wer eine Zecke früh findet, senkt das Risiko deutlich.

Bevorzugte Stellen sind Kopf und Ohren, der Bereich unter dem Halsband, Achseln, Leisten, Bauch, die Zwischenräume der Zehen und die Rutenwurzel. Bei langhaarigen Hunden hilft es, systematisch gegen den Strich durch das Fell zu fahren. Praktisch ist dafür ein Pflegehandschuh wie der FurCare Handschuh: Er nimmt beim Streicheln lose Haare und Schmutz mit, und Sie spüren kleine Erhebungen auf der Haut sofort. Für viele Hunde fühlt sich das an wie eine Massage, was das tägliche Absuchen deutlich entspannter macht.

Zecke gefunden: so entfernen Sie sie richtig

Fassen Sie die Zecke mit einer Zeckenzange, einer Zeckenkarte oder einer feinen Pinzette möglichst nah an der Haut und ziehen Sie sie langsam und gleichmässig heraus. Nicht drehen, nicht quetschen und auf keinen Fall Öl, Klebstoff oder Alkohol auf die Zecke geben. Solche Hausmittel führen dazu, dass die Zecke in Stress gerät und vermehrt Speichel abgibt, was die Übertragung von Erregern eher begünstigt. Danach die Stelle desinfizieren und in den nächsten Tagen im Auge behalten. Eine kleine Rötung ist normal und verschwindet meist rasch. Notieren Sie sich das Datum, das hilft dem Tierarzt, falls Ihr Hund später Symptome zeigt.

Zeckenschutz im Herbst: welche Möglichkeiten es gibt

Die Basis des Schutzes sollten Sie mit Ihrem Tierarzt besprechen. Je nach Region, Lebensweise und Gesundheitszustand Ihres Hundes empfiehlt er Spot-on-Präparate, Kautabletten oder ein medizinisches Zeckenhalsband. Solche Produkte sind geprüft und wirken über einen definierten Zeitraum. Wichtig für den Herbst: Rechnen Sie nach, bis wann der letzte Schutz reicht. Sehr viele Hunde sind im Oktober schlicht ungeschützt, weil das Sommerpräparat abgelaufen ist und niemand mehr daran denkt.

Als Ergänzung setzen viele Hundebesitzer auf Halsbänder mit pflanzlichen Wirkstoffen. Der Seisso Floh- und Zeckenschutz aus unserem Sortiment ist ein solches Halsband: Es setzt auf ätherische Öle, laut Herstellerangabe Citronella- und Eukalyptusöl, ist geruchsarm und hinterlässt keinen fettigen Film im Fell. Das Band lässt sich auf die passende Länge kürzen und wird zusätzlich zum normalen Halsband getragen, so wie es Vico auf dem Foto oben trägt. Es gibt es in zwei Grössen für kleine und grosse Hunde, jeweils mit oder ohne Aufbewahrungsbox, ab CHF 18.95. Wichtig zur Einordnung: Ein solches Repellent-Halsband kann Zecken abschrecken, es ersetzt aber keinen tierärztlich empfohlenen Schutz und schützt nicht vor Krankheiten. Beobachten Sie in den ersten Tagen die Haut unter dem Band, und fragen Sie bei Welpen, trächtigen Hündinnen oder empfindlichen Hunden vorher Ihren Tierarzt. Weitere Pflegeprodukte für den Alltag finden Sie in unserer Kategorie Hundepflege.

Wann Sie zum Tierarzt sollten

Ein Zeckenstich allein ist kein Grund zur Sorge. Aufmerksam sollten Sie werden, wenn Ihr Hund in den Tagen oder Wochen danach Fieber bekommt, müde und appetitlos wirkt, lahmt, geschwollene Gelenke hat oder blasses Zahnfleisch und dunklen Urin zeigt. Das können Anzeichen einer Borreliose, Anaplasmose oder Babesiose sein. Alle drei lassen sich gut behandeln, wenn sie früh erkannt werden. Warten Sie in solchen Fällen nicht ab, sondern gehen Sie zum Tierarzt und erwähnen Sie den Zeckenkontakt.

Häufige Fragen

Bis wann sind Zecken in der Schweiz aktiv?

Solange die Temperaturen über etwa sieben bis acht Grad liegen, also in vielen Jahren bis in den November hinein. In milden Wintern und an geschützten, sonnigen Stellen können vereinzelt sogar im Dezember Zecken aktiv sein. Der Zeckenschutz sollte deshalb erst mit dem ersten anhaltenden Frost enden.

Reicht ein Zeckenhalsband mit ätherischen Ölen als Schutz?

Als alleiniger Schutz in Gebieten mit vielen Zecken in der Regel nicht. Solche Halsbänder können Zecken abschrecken und sind eine sinnvolle Ergänzung zum täglichen Absuchen. Die Basis sollte ein Präparat sein, das Ihr Tierarzt für Ihren Hund empfiehlt.

Wie schnell muss eine Zecke entfernt werden?

So schnell wie möglich. Viele Erreger werden erst nach mehreren Stunden Saugzeit übertragen, deshalb senkt das Absuchen direkt nach dem Spaziergang das Risiko deutlich. Entfernen Sie die Zecke mit einer Zeckenzange oder Zeckenkarte hautnah und ohne Hausmittel.

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